Kritik am Verfahren zur Vergabe von Impfterminen

Einfach anrufen und einen Termin machen – ganz so leicht ist es mit der Corona-Schutzimpfung leider nicht. Vor allem für die älteren Menschen sei das aktuelle Verfahren unpraktikabel, kritisiert die Senioren-Union in Teltow-Fläming.

Teltow-Fläming. Bis die ersten Menschen in Teltow-Fläming gegen das Coronavirus geimpft werden, vergehen noch einige Wochen. Ohnehin können Termine für die Schutzimpfung erst seit Montag telefonisch vereinbart werden. Nicht nur dass die Hotline 116 117 zum Auftakt überlastet war: Aus Teltow-Fläming gibt es noch weitere Kritik an dem Verfahren zur Vergabe der Impftermine. „Es ist ein Unding, dass die Älteren aus der höchsten Risikogruppe der Corona-Gefährdung darauf angewiesen sind, sich selbst um einen Impftermin zu kümmern“, erklärt Jürgen Muschinsky, der Geschäftsführer der Senioren-Union der CDU in Teltow Fläming.

Aktuelle Beispiele zeigten, so Muschinsky, dass eine solche angeblich einfache Terminvereinbarung für die über 80- und 90-Jährigen, die nun geimpft werden können, praktisch unmöglich sei. Tatsächlich waren die Mitarbeiter der Hotline am Montag wegen extrem vieler Anrufer überlastet. Vorher hatte es auch technische Probleme bei der Einwahl gegeben, sodass die Nummer gar nicht erreichbar war.

Muschinsky kritisiert auch, dass immer wieder auf Alternativen im Internet oder mit einer App verwiesen würde. Doch gerade die älteren Menschen in Teltow-Fläming haben dafür weder die technischen Voraussetzungen noch das Wissen. „Wir sind heute in den Verwaltungen in der Lage, auf Knopfdruck Gebührenbescheide oder Zählerablesungen zu versenden. Da muss es möglich sein, bestimmte Altersgruppen der Bevölkerung schriftlich, zielgerichtet und zeitnah mit Informationen zu Impfterminen zu versorgen“, sagt Muschinsky. „Alles andere kommt einer Bankrotterklärung moderner Bürgernähe und Datenverwaltung gleich.“ Ausreden, es gebe zu wenig Impfstoff, lässt er nicht gelten. „Wenn weder telefonisch noch online eine Terminvereinbarung klappt, dann liegt es nicht am fehlenden Impfstoff, dann liegt der Fehler im System.“

Geimpft wird in Teltow-Flämingfrühestens ab 1. Februar. Dann soll das Impfzentrum in der Luckenwalder Fläminghalle öffnen. Es wird gemeinsam mit dem Standort in Kyritzdas letzte der elf Impfzentren im Land Brandenburg sein, das den Betrieb aufnimmt.

Sieben-Tage-Inzidenz weiter hoch

Im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung haben die Mitarbeiter derweil viel Arbeit mit den Meldungen von neuen Coronafällen. Am Dienstag waren es zehn Neuinfektionen. Damit haben sich bisher 2.984 Einwohner des Landkreises mit dem Virus angesteckt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 175,9.

Laut dem Gesundheitsamt sind knapp über 1.000 Menschen in TF akut infiziert. Nach wie vor hat die Behörde aufgrund vieler Neuinfektionen Probleme, tagesaktuell die Zahl der Genesenen aus der Zahl der insgesamt Infizierten herauszurechnen. Auch drei weitere Todesfälle wurden am Dienstag gemeldet. Damit sind mittlerweile 51 Menschen aus Teltow-Fläming an beziehungsweise mit dem Coronavirusgestorben. Von Victoria Barnack

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 06.01.2021

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